Briefing
Redesign:
Schachfiguren
Die Aufgabe des ersten Semesterprojekts bestand darin, die klassische Schachfigur neu zu denken
01_Das Konzept
Warum sind Bauern klein und voneinander nicht unterscheidbar? Warum ist der König die größte Figur, obwohl er der schwächste im „Kampf“ ist? In meiner Neuinterpretation der Schachfiguren soll der Wert der Spielfigur nicht anhand des Titels bemessen, sondern im Kern hinterfragt werden.
Das Konzept: Menschlichkeit sichtbar machen und Gleichwertigkeit darstellen. Jede Figur erhält Identität, jenseits von Hierarchie und Konvention.
02_Die Umsetzung der Figuren
Ich habe Personen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Herkunft gebeten eine Knetkugel in ihrer Handfläche zu zerdrücken. Dabei entstanden vielfältige Abdrücke, die den Personen allerdings nachträglich nicht mehr zugeordnet werden konnten.
Diese Anonymisierung veranschaulicht die Gleichwertigkeit des Menschen, unabhängig von Rang, Herkunft und Geschlecht. Übertragen auf das Schachspiel repräsentieren die Abdrücke die Personen hinter den Titeln und Rollen. So soll auf den ersten Blick nicht die Krone des Königs wahrgenommen werden, sondern zu aller erst die nackte Person dahinter.
Der Handflächenabdruck zeigt die Individualität des Menschen und gleichzeitig reduziert er ihn auf das Wesentliche.
04_Unterscheidbarkeit
Zur Unterscheidung der Spielfiguren können diese auf der flachen Oberseite markiert werden. Durch einen UV-Lack sind die Spielfiguren versiegelt, sodass die Markierungen bei Bedarf abgewaschen werden können. Die Rollenverteilung ist unabhängig von der Form.
Die Teamunterscheidung geschieht auf der haptischen Ebene, indem zwischen glatter und matter Oberfläche unterschieden wird. Welche Form der Kennzeichnung ausgewählt wird ist völlig frei. Einige Vorschläge sind das Kennzeichnen durch Symbole, Farbflächen, Streifenanzahlen, oder Würfelaugen.
Grundgedanke: Zuerst kam der Mensch und dann der Titel.









